Jahresbericht 2020

Liebe Mitglieder und Freunde unseres Vereins,

das Jahr 2020 war auch für uns ein schwieriges Jahr. Wir hatten viel geplant, doch fast nichts konnte ausgeführt werden. Die Arbeit des Jugendorchesters konnte nur sporadisch stattfinden und unser Treffen mit Jugendlichen aus England und Frankreich, das zu Pfingsten in Bethune/Frankreich geplant war, fiel aus. Die Orchesterproben fanden im Januar und Februar noch statt und konnten nach der Pause im Lockdown im Juni dann nur unter erschwerten Bedingungen wieder aufgenommen werden. Wir brauchten einen großen Saal, in dem wir mit genügend Abstand zwischen den Orchestermitgliedern proben konnten und fanden ihn zunächst in der „Kulturkneipe“ von Studio 7 in Schwerterheide. Die hohe Raummiete machte ein regelmäßiges Proben aber unmöglich. Nach den Sommerferien fanden wir zu unserem großen Glück einen großen und bezahlbaren Probenraum: die Schwerter Maranatha-Gemeinde stellte uns ihren Kirchenraum, das ehemalige Paul-Gerhardt-Haus, für einen kleinen Beitrag zur Verfügung. Mit den regelmäßigen Proben dort konnten wir ein Orchesterkonzert in Hagen, das im Juni geplant war, dann im September nachholen. Das „Alte Stadtbad“ Hagen-Haspe war bereit, dieses Konzert unter Corona-Bedingungen mit nur wenig Publikum zu veranstalten – aber immerhin! Es blieb die einzige Aufführung im Jahr 2020.

Ein Unglücksfall, der sich aber zum Glücksfall wandelte, kam allerdings noch dazu: Kurz vor dem Konzerttermin brach ich mir einen Arm, an Dirigieren war nicht zu denken. Da sprang ein guter Freund ein, Markus Fohr, Professor und Leiter einer Dirigierklasse an der Düsseldorfer Musikhochschule. Von zwei Professoren eingerahmt – auch Prof. Pavlov war unter Corona-Bedingungen aus Bulgarien angereist – hat das Orchester sich selbst übertroffen und so schön musiziert wie selten.
Danach begannen die Vorbereitungen für das Weihnachtsmusical „Ladislaus und Annabella“. Die Musik dazu schrieb Prof. Pavlov. Mit der Planung für dieses Projekt hatten wir schon ein Jahr zuvor begonnen. Eine großzügige Spende des Lions-Clubs und des Rotary-Clubs Schwerte sollte uns ermöglichen, eine gute Aufführung zustande zu bringen. Mitarbeiter - Sänger sowie Bläser - waren bereits gewonnen worden, der Raum schon ausgemessen und genau nach den Corona-Regeln geplant, die ersten Anmeldungen für das Publikum waren schon eingegangen, da musste alles abgesagt werden. Nun hoffen wir, dass wir es nächstes Jahr nachholen können.

Unsere Bulgarienhilfe war zum Glück nicht durch die Pandemie beeinträchtigt, im Gegenteil: Die zehn von uns betreuten Patenkinder erhielten von ihren deutschen Paten Weihnachtsgeld, das sie bitter nötig hatten. Gerade diese Kinder sind ja in Familien, die meistenteils von Gelegenheitsjobs leben, und die gibt es in Bulgarien wegen der Pandemie nicht mehr. Ein herzliches Dankeschön an die deutschen Paten!
Weitere Spenden ermöglichten noch etwas sehr Schönes: Herr Prof. Pavlov erzählte von der großen Kinderklinik in Sofia, die wegen der Ansteckungsgefahr in der Pandemie völlig von der Außenwelt abgeschlossen wurde. Das heißt, dass die Kinder dort absolut keinen Besuch bekommen können, auch nicht von ihren Eltern. Sie sind völlig isoliert. Es sind Kinder mit „normalen“ Krankheiten, die oft mehrere Wochen dort zubringen müssen. Für diese Kinder wollte er gern Spielzeug besorgen, da sie ja wegen der Ansteckungsgefahr nicht einmal eigene Kuscheltiere mitbringen dürfen. Wir schickten ihm eine Spende nach Sofia, von der er 150 (abwaschbare) Kuscheltiere kaufte und noch einige Gesellschaftsspiele und Bilderbücher. Alles wurde gründlich desinfiziert und dann den Kindern ausgehändigt. Als wir übrigens nachfragten, wie viele der 3-10-Jährigen in einem Zimmer sind, meinte er: so ungefähr 30 pro Zimmer. Für uns schwer vorstellbar. Umso schöner, dass wir ein bisschen helfen konnten.

Jetzt hoffen wir, dass wir bald die Orchesterarbeit wieder aufnehmen können. Vielleicht schon Ostern? Optimistisch bereiten die Orchestermitglieder – jeder für sich zu Hause - schon ein Programm für ein Sommerkonzert vor, die „4 Jahreszeiten“ und das Doppelkonzert von Antonio Vivaldi. Einen Termin für das Sommerkonzert haben wir lieber noch nicht fest gemacht…

Ich würde mich freuen, wenn diejenigen von Ihnen, die noch nicht Mitglied in unserem Verein sind, sich zu einer Mitgliedschaft entschließen könnten. Der Mitgliedsbeitrag beträgt 18.- € im Jahr (1,50 € pro Monat) Infos gibt es auf unserer Website www.musik-verbindet-kinder.de oder gern auch telefonisch bei mir.

Hoffen wir auf ein besseres Jahr 2021! Barbara Stanzeleit Tel.02304 - 911 525