Die Vereinsgeschichte

12 Jahre Benefiz-Konzert-Verein

2000 - 2012

Als wir im Jahr 2000 unseren Verein gründeten, wollten wir zunächst nur eines: in Konzerten Geld sammeln, um notleidenden Kindern in Bulgarien zu helfen, das Nötigste zum Leben zu kaufen.

Wir unterstützten 2 Kinderheime in Haskovo (250 km von Sofia entfernt) – eins für Vorschul-, eins für Schulkinder – mit Geld für Lebensmittel, ebenso 14 private Kinder, deren Familien in Not geratenen waren. Die Kinderheime sahen trostlos aus. Die Kinder wurden zwar liebevoll betreut, hatten aber gar nichts, kein Spielzeug, Möbel schlimmer als beim Sperrmüll, abbruchreife Häuser, nur alte abgetragene Kleidung.

Schon bald konnten wir auch mehr tun: in einer großen Aktion wurden gebrauchte Fahrräder und andere Sportgegenstände gesammelt und von einer Hagener Firma als Beitransport mit nach Sofia genommen. Von dort holte sie ein privater Transport aus Haskovo ab.Dazu schenkten wir Stoff für Bettwäsche und Gardinen, die die größeren Mädchen selbst fertigten.

Die nächste Aktion: eine private Spenderin ermöglichte es uns, für alle 142 Kinder warme Winterstiefel zu kaufen, die Prof. Filip Pavlov (Sofia) bei einer Privatfirma genau nach Maß bestellte. Noch nie hatten die Kinder neue Schuhe bekommen. Ebenso kauften wir auch neue Winterjacken, auch das war den Kindern noch nie geschehen. Die privaten Patenkinder wurden immer gleich mit ausgestattet.

Im nächsten Jahr sammelten wir Plüschtiere, die Prof. Pavlov in zwei riesigen Kartons im Flugzeug mitnahm. Das war das erste Spielzeug im Vorschulheim.

Eine Grundschule in Hagen startete eine Weihnachts-Geschenke-Aktion für alle Kinder der beiden Kinderheime. Jedes Kind bekam ca. 5 € und eine persönliche Weihnachtskarte von einem deutschen Kind. Für das Geld kauften die Erzieherinnen in Haskovo ganz individuelle Geschenke. Die Aktion wurde mehrfach wiederholt.

Im Jahr 2004 gab es Nähe Sofia eine große Hochwasser-Katastrophe. Einige Menschen wurden getötet, viele Familien verloren in der Stadt Elin Pelin alle ihre Habe. Die Schuldirektorin bat uns um Hilfe. Für drei Kinder, die durch die Katastrophe zu Waisen geworden waren, konnten wir deutsche Paten finden. Für eine ganze Gruppe kauften wir Winterjacken – sie hatten alle Kleidung verloren.

Nachdem wir dem Heim für Vorschulkinder genügend Spenden zukommen lassen konnten, um den großen Schlafsaal in kleine Schlaf- und Spielecken zu verwandeln, konnten wir im nächsten Jahr endlich helfen, ein gebrauchtes Auto in Deutschland zu kaufen (sie benötigten es dringend für Fahrten zu Ärzten und Krankenhäuser, die meisten Kinder, die dort vom Jugendamt abgegeben werden, brauchen ärztliche Hilfe).

Gleichzeitig versuchten wir, Spenden für die Renovierung des Schulkinderheimes zu finden. Die Fenster sollten als erstes ausgetauscht werden, im Winter war das Haus nicht mehr warm zu bekommen.

Dank einer größeren Spende der Aktion „Sternstunden“ des bayrischen Rundfunks konnten bereits im Sommer 2006 neue Fenster in das Mädchenhaus eingebaut werden. Nach einigen Kämpfen mit dem Bürgermeister der Stadt Haskovo, der seine eigene Firma beauftragen und damit selbst Geld kassieren wollte, bestellte Herr Pavlov für sehr viel weniger Geld eine ihm bekannte Firma aus Sofia. Die Arbeiter brachten am zweiten Tag spontan Spielsachen und gebrauchte Kleidung von ihren eigenen Kindern mit, nachdem sie den Zustand der Heimkinder gesehen hatten.

Bereits ein Jahr später konnte dann auch das Jungenhaus neue Fenster und Türen bekommen. Die Ältesten halfen selbst mit, zumal das gesamte Mauerwerk um die Fenster herum verbessert werden musste, es fiel den Arbeitern quasi entgegen.

Neben diesen großen Aktionen bekamen die Kinderheime weiter Geld für Lebensmittel, da sie immer noch nicht genug vom Staat erhielten.

Auch bei den privaten Patenkindern war die Not immer noch groß. War ein Kind alt genug, um selbst etwas zu verdienen, bekam Herr Pavlov sofort einen neuen Hilferuf. Zum Glück konnten wir genügend deutsche Paten finden.

Im Jahr 2007 änderten sich die Bedingungen in Bulgarien. Dank dem Beitritt des Landes zur EU wurden nun die Kinderheime mit dem Nötigsten versorgt. Allerdings blieb das Haus der Schulkinder weiter renovierungsbedürftig. Erst im Jahr 2010 wurde von der Stadt das undichte Dach repariert. In der Zwischenzeit konnten wir dank weiterer großzügiger Spenden die sanitären Anlagen im Jungenhaus renovieren lassen, was wirklich überfällig war.

Es gab als Waschgelegenheit nur eine Art Futtertrog, die einzige Toilette und Dusche für über 50 große Jungen sah so aus:

Um mehrere Duschen und Toiletten einbauen zu können, wurde beides kombiniert (in Bulgarien durchaus üblich)

Im Jahr 2011 starteten wir die Aktion Bettdecken – es gab bisher nur dünne Wolldecken zum Schlafen, und nicht selten schliefen die Kinder im Winter in voller Montur, um nicht zu frieren. Dank zweier Konzerte der beiden Jugend-Orchester beim Autohaus Nolte konnten wir mehr als 80 Bettdecken, Kopfkissen und Bettwäsche kaufen, die dann mit Privatautos (sehr abenteuerlich) von Sofia nach Haskovo transportiert wurden. (in Haskovo gibt es keine guten Möglichkeiten zum Einkauf)

Die Vorschulkinder benötigten keine Bettdecken, sie erhielten dafür Sommerhosen und Jogginganzüge.

Da beide Kinderheime nun nicht zuletzt dank unserer Hilfe besser gestellt sind – sie benötigen keine regelmäßige Hilfe mehr – haben wir uns entschlossen, den Benefiz-Konzert-Verein aufzulösen.

Die Kinderheime bekamen in 2012 noch ein Abschiedsgeschenk: noch einmal gab es für alle neue mit Winterstiefel, dazu Bettwäsche zum Wechseln und ein Paket mit 120 Handtüchern.

Die privaten Patenkinder werden wir weiter unterstützen. Noch lange nicht sind Sozialhilfen und Arbeitslosenunterstützung sowie Krankenkassen in Bulgarien gesichert. Während die Lebensmittel- und Energiepreise allmählich den EU-Ländern angeglichen werden, steigen die Arbeitslöhne nicht. Immer noch gibt es viele Familien oder Alleinerziehende, die nicht wissen, wie sie mit ihrem geringen Einkommen Kinder ernähren und großziehen können.